Winter in Leipzig – Klappe die Zweite

Freitag 12. Februar 2010 von N0stradamus

Nachdem ich den Winterdienst das letzte Mal direkt angeschrieben habe, möchte ich es diesmal anders handhaben, denn nach den neuerlichen Schneefällen habe ich gemerkt, dass es in Leipzig eh den letzten A**** interessiert, was der Pöbel denkt.

Die Leipziger Volkszeitung hat in einem heute online gestellten Artikel festgestellt, dass Leipzig schon über dem Etat liegt, welches der Winterdienst bekommt. Nun gut, das der Winter einiges vom Menschen abfordert, kann ich mir noch vorstellen. Also schauen wir mal, was der liebe Winterdienst so unmenschliches leistet.

„Wir sind seit knapp 45 Tagen fast pausenlos im Einsatz.“ Diese Worte der Erschöpfung kommen von Frank Richter, Leiter der Stadtreinigung.  “Dennoch wird sichergestellt, dass trotz des knappen Budgets alle Arbeiten durchgeführt werden könnten, die die Leipziger Winterdienst-Satzung vorschreibt.” Ach guck… na dann schauen wir doch mal ein wenig in diese Satzung: Den ganzen Beitrag lesen »

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Lieber Leipziger Winterdienst,

Sonntag 10. Januar 2010 von N0stradamus


es ist natürlich nicht zu erwarten gewesen, dass im Winter Schnee fällt. Daher verstehe ich absolut, dass man kein Salz streut bzw. sich im Sommer mit genügend Salz für die Wintermonate eindeckt. Auch verständlich ist, dass Du an Sonntagen nicht unbedingt arbeiten möchtest. Wer will das schon. Gut, manch anderer muss ganz einfach, aber Du bist ja städtisch und somit aussen vor.

Jedoch finde ich es eine Frechheit von Dir, dass Du nicht einmal am Freitag oder Samstag, wenigstens, den gefallenen Schnee auf den größten Hauptstrassen räumst.

Im Chaoswinter ´79 war es der Stadt, wenn auch unter diktatorischer Führung, witziger Weise möglich, alle wichtigen Straßen zu räumen. Und man muss dazu sagen, dass wir ja damals “nichts hatten”.

Mir ist natürlich klar, dass die Priorität auf den Autobahnen Deutschlands liegt. Und es sollte auch so sein. Aber irgendwie muss man ja vom Depot zur Autobahn kommen. Wenn man nur für diesen Weg das kleine, unscheinbare Schild runtermachen könnte, wär schon vielen Menschen geholfen.

Leipzig versucht sich immer wieder als eine Weltstadt zu bezeichnen. Leipzig versucht U-Bahnen in Mitten einer Sumpfebende zu bauen. Leipzig bewirbt sich schon mal gern für die Olympischen Spiele. Ja, Leipzig macht so viel um nach Aussen gut zu wirken. Aber für die Mitbürger der Stadt ist kein Salz und kein Winterdienst da. Aber wir können auch in späteren Jahren noch sagen: “Ja, aber in Leipzig wurde der kalte Krieg beendet.” oder “Wir in Leipzig haben die ersten Montagsdemos gestartet und das Verbrecher-Regime gestürzt” – (Randnotitz: Nein Herr Kohl nicht sie waren das mit der Wende!) – Richtig liebe Stadt, jedoch warst es auch nicht Du, sondern die Bürger, für die Du nun nichtmal einen ordentlichen Winterdienst auf die Beine stellen konntest.

Danke Leipzig für so viel Inkompetenz.

Herzlichst,

Stefan

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Spiel mal wieder

Mittwoch 19. August 2009 von N0stradamus

Ein Call Center steht und fällt mit dem Anruf-Aufkommen.

Wenns bei uns im Büro mal weniger zu tun ist und man Gefahr läuft einen Boreout zu erleiden, dann gibt es allerlei Sachen, die man machen kann. Bürostuhl-Akrobatik, Powerpoint-Präsentationen mit sinnlosen beweglichen Elementen erstellen oder, ganz schnöde, miteinander reden.

Wenn dies aber alles schon viermal gemacht wurde und die Langeweile dann größer wird, so kann man auch folgendes Spiel spielen:

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Kommerz vs. Tradition

Donnerstag 13. August 2009 von N0stradamus

So, oder so ähnlich geht es derzeit in den Niederrungen der Fussball Oberliga zu.

Nach dem Einstieg von Red Bull in das Fussballgeschehen Deutschlands, ist der Hass kaum noch zu bremsen.  Ich kann durchaus verstehen, dass dieser Verein auf Jahre polarisiert und viele Gegner finden wird. Nur ist es peinlich wenn man nun wieder solche Szenen, wie in Jena aus den Stadien sieht. Gut, der FC Carl-Zeiss Jena war selber Schuld, dass sie solch eine Partie auf den Nebenplatz verlegt. Zäune waren da nur im improvisierten Gästebereich.

Die Spieler von RB Leipzig wurden während und nach dem Spiel nicht nur beschimpft, oder gar bedroht, sondern auch mal wieder (danke lieber Hooliga) mit Zeugs beworfen und Speichel bespuckt. (Das in Zeiten der Schweinegrippe.

Aber könnte es nicht auch sein, dass nicht nur Red Bull sich das Geld wünscht, sondern auch humane Fußball-Liebhaber (natürlich nicht alle) ein wenig Erfolg herbei sehnen? Diese Frage wird selten gestellt. Eher… “Was Du gehst zu Red Bull? Scheiss Erfolgsfan” Aber zu Hause in Leipzig eine FC Bayern-Fahne hängen haben…

Es ist schlimm was derzeit passiert. Und wenn ich daran denke, dass es in dieser Saison noch gegen Chaoten-Clubs wie Dresden II oder FC Lok geht, vergeht mir der Spass am Fussball sofort wieder. Nicht wegen der Spiele. Wegen denen, die das Spiel kaputt machen.

Ach und an alle, die nun gegen mich und RaseBallsport Leipzig schreiben wollen… Schaut Euch gern mal diese Wortmeldung a.

Im übrigen lernt man da auch ein bischen aus Leipzigs Fussballgeschischte dazu. Aber die peinlichen “Möchtegern-Fans” wird das nicht interessieren.

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Die Kino-Stasi

Dienstag 28. Juli 2009 von N0stradamus

Nachdem wir nun alle wissen, dass man bei einem Telefongespräch aufpassen muss, dass man nicht “Bombenwetter” sagt, um einen GSG9-Einsatz zu verhindern. Und man auch aufpassen muss, wie man im Internet über Kreuzfahrten schreibt (“Wir haben An_Schlag seite gewonnen”), Nun die nächsten Stasi-Methoden stammen aus Sachsen-Anhalt.

Wie die Volksstimme berichtete, werden in Magdeburger Kinos Nachtsichtgeräte aufgestellt um die Besucher einmal etwas anders zu filzen.

Der neue Harry Potter scheint besonders viel Aufmerksamkeit bei diversen Websiten zu finden, dass man diesen Film versucht zu sichten. Dass es nicht allzuschlimm ist, wie hier beschrieben ist klar, denn ob nun so oder am Eingang genau geschaut wird, oder eben jemand durch die Reihen streift, ist egal. Vom Leiter des Leipziger Cinestar kam dazu folgendes:

Damit sind wir nicht ausgestattet. Es ist aber normal, dass wir während der Vorstellung Kontrollgänge machen. Damit kontrollieren wir neben der Qualität der Raumluft und des Bildes auch, ob Besucher Raubkopien herstellen.”

So Rainer Weber (in der LVZ vom 23. Juli).

“Den Menschen fehlt dabei völlig das Unrechtsbewusstsein. Ihnen ist meist nicht klar, dass sie eine Straftat begehen”

Nur 4 Tage später scheint sich Herr Weber, an eine Kleinigkeit erinnert zu haben. Am 27. Juli ist zu lesen:

Auch im Leipziger Filmspieltheater Cinestar werden Zuschauer während Filmvorstellungen in Einzelfällen mit Nachtsichtgeräten beobachtet. Wie der Leiter des Kinos, Rainer Weber, am Freitag bestätigte, hat es entsprechende Kontrollen zum Beispiel bei einer Voraufführung des Films “Hangover” Anfang Juli gegeben. “Das kann aber nur bei Vorpremieren der Fall sein”, erklärte Weber.”

Natürlich nur bei Vorpremieren, Herr Weber. Zuletzt gab es sowas noch garnicht und urplötzlich haben sie doch ein nachtsichtgerät gefunden. Ups.

Ich bin gespannt, was wohl in 4 Tagen bekannt wird. Evtl. eine Presse-Erklärung, dass das Leipziger Cinestar nicht nur die Vorstellung mit Nachtsichtgeräten durchsucht, sondern auch noch abhört mit kleinen Mini-Mikrophonen. natürlich zunächst auch nur bei Vorpremieren, weil es so besser nachzuvollziehen ist,  ob dem gemeinen Zuschauer der Film gefällt.

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Rasenball schon bald in der Bundesliga

Montag 1. Juni 2009 von N0stradamus

Ich bin bekennender Chemiker. Gut, ich habe keine Ausbildung in dieser Hinsicht begonnen und kenne kaum das PSE. Der Grund, für alle Ortsunkundigen, zum Status des Chemiker heisst: FC Sachsen Leipzig. Ein Verein mit Tradition, die auch durch die neugegründete BallSportGemeinschaft nicht abgegeben werden konnte.

Nun, auf einmal kommt ein Sponsor in die Stadt und möchte gern einen neuen Verein gründen. Ein Verein, ohne Gesicht, aber mit finanziellem Potential. (Dass Hooligans von Fußball ohne Gesicht reden, stimmt mich allerdings nachdenklich. d.Red.) Es erinnert alles an die von mir verhassten SAP Hoffenheimer, die dank des Sponsors die Liga (zumindest in der Hinrunde) auf den Kopf gestellt haben.

Und dann gibts noch den schönen Fangesang des FC Liverpool:

Fuck off Chelsea FC – You aint got no history – 5 European Cups and 18 leagues – that’s what we call history

Jedoch sehne ich mich nach Bundesliga-Fußball in Leipzig. Mein Verein wird es mit dieser Führung (Der Grund für die Erschaffung der Ball SG Chemie)  nicht schaffen. Der andere Verein ist keine Alternative, oder kennt hier jemand einen Sechziger der Freudestrahlend aufschreit, wenn die Bayern treffen?

Nun, ich weiss nicht, was “Red Bull” vor hat und weiss auch noch nicht, ob ich Rasenball Leipzig unterstützen kann. Aber dass deren Konzept Hand und Fuß hat zeigt sich auch schon beim österreichischem Club aus Salzburg. Red Bull Salzburg ist 2009 Meister geworden. Und das der “Kaiser” auch noch Kontakte zu Red Bull hat kann für Leipzig nur nützlich sein. Aber für mich persönlich? Bin ich ein Fan, der Fußball auf hohem Niveau sehen will, oder bin ich Vereinstreu und wehe mein Fähnchen nicht nach dem Wind? Ich weiss noch nicht wie es wird, wenn Leipzig (sollte es so kommen) wirklich mal in der 2. Liga auftauchen sollte. Fakt ist, ich bin Lokalpatriot und unterstütze meine Stadt. Es sei denn die Alternative wäre beim 1. FC XXX Leipzig, dann würde ich dem Fußball gänzlich abschwören.

Nun, ich höre es schon von den Rängen gröhlen: Fuck off Red Bull Leipzig – you aint got no History…

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Pfingsten in Leipzig

Freitag 29. Mai 2009 von N0stradamus

Während Christen kurz vor Pfingsten nach Bremen strömten,  feiert Leipzig das den Geburtstag der Kirche auf seine eigene Art.

Die Existenz der Wave-Gothik-Bewegung. Dieses Jahr ist es schon das 18. mal, dass Gothiks aus aller Welt ihre schwarzen Kutten durch die Metropole des schwarzen Geistes bewegen. Knapp 20.000 Gothiks kommen in die Stadt und feiern sich selbst. Leipzig stellt dafür die ganze Stadt jedes Jahr zur Verfügung. Wer nun denkt, dass okkulte Rituale vollzogen wird, der irrt gewaltig. So ist es mehr ein Festival der Vielseitigkeit.

Lesungen, Konzerte, mittelalterliche Märkte und viele weitere Clubveranstaltungen werden dieser Tage in Leipzig vollzogen.

So spielt auf der einen Seite die  “Letzte Instanz” auf der AGRA und auf der anderen Seite wird Mozarts “Requiem d-Moll” in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals aufgeführt. Natürlich gehören nicht nur die Inszenierungen der Veranstalter und deren Gäste zum Wave-Gothik-Treff, sondern im Vordergrund findet ein Länderübergreifendes Volksfest statt. Wer in der Nähe Leipzigs wohnt, oder sich derzeit hier bewegt, sollte Pfingsten nutzen um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Und wer dem ganzen kritisch gegenübersteht sollte auf jeden Fall nach Leipzig kommen. Gothiks werden oftmals leider noch verkannt. Die meissten beschwören keine “bösen Geister” sondern gehen eher respektvoll mit solch Mächten um. Ebenso beten die wenigsten Satan an.

Bilder dieses Events werde ich demnächst posten, denn auch ich begebe mich an diesem Wochenende nahezu pausenlos in die Stadt, um das Flair des WGT zu erleben und ein, zwei Konzerte bzw. Veranstaltungen mitzubekommen.

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EFO über Leipzig

Sonntag 25. Januar 2009 von N0stradamus

Ich bin gerade ein wenig überfragt. Ich war gerade noch bei meinen Großeltern, als ich auf dem Balkon stand und einem Flugzeug hinterher stierte. Es viel mir auf, weil es recht hektisch blinkte, was ich zuvor so noch nicht gesehen habe. Ein weiteren Zug an der Zigarette später, bemerkte ich, dass es weder auf mich zu kam, noch sich von mir wg bewegte.

Ok, also ging ich alle hohen Gebäude in der Gegend durch. Hm. In dieser Richtung waren jedoch keine größeren Gebäude. Ich überlegte also warum dieser Kran, der es dann ja sein musste nicht wie sonst in Rot leuchtete, sondern ebend in diversen Farben. Ich schob es einfach auf mein Empfinden.

Also ganz einfach ein Fernglas nehmen und sehen, dass es wirklich nur rot ist.

Gesagt, getan: Es leuchtete also Rot, dazu Gelb, Blau, Violet, Grün und Weiss. Dies zerstörte auch die Idee, dass es evtl. ein Stern sein könnte.

So. Ich bin am Ende meiner Erklärungen. Wetterballons müssten ja eigentlich auch ausscheiden, da diese selten in Spektralfarben wild umherblinken.

Nun zu den Fakten.

Gesehen habe ich das eigentümliche Flugobjekt (EFO) von der Leipziger City in Richtung Bad Lausick. Mein Sichtzeitpunkt war 19:20 – 19:30 (Ja, ich konnte mich nicht losreissen).

Nicht nur ich, sondern auch meine Großeltern wie auch mein Vater konnten mir das EFO bestätigen. Und nein, wir hatten keinen Alkohol intus.

Wer glaubt zu wissen was ich gesehen habe, möge es mir bitte erklären, da ich derzeit ein wenig durcheinander bin.

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Wohnungssuche Extrem

Montag 8. Dezember 2008 von N0stradamus

Derzeit befinde ich mich auf Wohnungssuche, da ich nach dem Rückzug aus `Good old Switzerland´, wieder im elterlichen Haushalt leben. Ich würde gern in die Nähe meines Arbeitsplatzes ziehen. Darunter zählt auch das graue Lindenau. Grau? Nunja… Lindenau ist das Kreuzberg Leipzigs. OK, es gibt noch ein zwei dunklere Ecken, aber da würde ich ncihtmal mehr nachlesen, was die Wohnung zu bieten hat.

Nun… Gern schau ich mir auf diversen bekannten Seiten (alle nichtgenannten Seiten sind eingeschlossen) die Beschreibungen durch. Eigentlich eine ziemlich langweilige Sache, da wirkich nahezu überall sowas steht wie:

“Gute Verbindungen ins Zentrum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.”

oder:

“…ruhige Lage…”

jedoch fand ich eine Beschreibung, die ich zwar schon ehrlich und grandios fand, allerdings wohl nicht zuschlagen werde:

“…nichts für Angsthasen im dunkeln.”

Mutig solch eine Beschreibung!

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Reisebericht Leipzig – Berlin Südkreuz

Sonntag 7. Dezember 2008 von N0stradamus

Letzten Montag musste ich für den Job nach Teltow fahren… warum gerade Teltow? Joa, weil die verträumte Stadt der Hauptsitz meines Auftraggebers ist.

Nunja, eigentlich nicht schlimm. Für normale Menschen. Ich bin Agorophobiker. Heisst ich kann in Zügen mal so garnicht. Aber darum soll es nicht gehen. Bemitleiden lass ich mich von vielen, aber nicht von den Lesern dieses zärtlichen Blogs. (Nicht persönlich nehmen)

Ich starte also von Leipzig nach Teltow mit der S-Bahn in Richtung Leipziger Hauptbahnhof. Hier lenkte ich mich noch mit dem Buch von Eckart von Hirschhausen ab. Aber dann kam mir eine Idee… warum nicht offline bloggen. Ähm… ich hab noch kein XDA, sonst wäre es schneller online.

Ich kam also auf dem Bahnhof an und sah, dass ich noch lächerliche 20 Minuten rumkriegen musste. Also holte ich mir ersteinmal einen leckeren Kaffee. Das herrliche daran ist, dass egal wie man diese verdammten Pappbecher anfässt, man verbrennt sich immer. Noch ungünstiger entwickelt ist dieses Trinkloch des Deckels. Denn immer wenn man daran zutscht um seine Lippen mit ein wenig Kaffee zu benetzen, fällt einem, leider erst im Nachhinein, dies kochen des Kaffees im Becher auf. Aber egal.

Frisch gestärkt mit verbrannter Lippe ging ich in richtung “Yellow Knast”.

Dort kommt man sich wirklich ausgesperrt von der Zivilisation vor, weil man von allen begafft wird. Ich warte auf den ersten der mit gestrecktem Finger auf mich zeigt und lachend spricht: “Bwahaha… ein Raucher! Guck Dir den ma an!!!” Nunja, an dem Tag war mir diese Demütigung vergönnt.

Nundenn, nach den 20 Minuten bin ich in Richtung Sitzplatz gegangen. Ja, es war ein einfacher ICE. Was mir nach einer kurzen Weile auffiel. Es gab meinen Platz nicht. Ich suchte wirklich nach dem Platz 39 im Abteil 22! Aber nein… es galt ihn nicht zu finden. 36, 37, 38, 40, 41…! Da kam mir die Idee des bloggens dieses Ereignisses. OK. Ich hatte mich geirrt. Ich saß auf Platz 38, neben einem Mann, der gut und gerne 2 Plätze hätte zahlen müssen, da ich meinen Platz nun wirklich nciht ganz für mich allein hatte. Egal! Dennoch interessant, dass es keinen Platz 39 in diesem Zug gab.

Kurze Zeit nach der Abfahrt mit dem 1616, begrüsste mich eine nette Stimme:

“Guten Morgen und erzlich Willkommen im CE von Leipzig nach Ha-urg… … mit Halt in Bitterfeld, Berlin Üdkreuz, Berlin Hauptbaf. Mein Name ist Mar… hoff. Wir entschuldigen uns, dass wir aus echnischen Problemen nur einteilig fahren können.”

Echnische Probleme meinte die Mar… Hoff? Gut mir war klar, dass ein T einfach untergegangen war, im sympatischen Knacken des, mit Recht, in Verruf geratenen ICE. Jedoch viel mir sofort wieder der Slogan ein:

Die BAHN macht mobil…  (egal wie)

Nun denn, wir fuhren also. (Respekt)

Nach einer Weile kamen wir in Bitterfeld an, wo mir klar gemacht wurde, dass ein Fensterplatz wirklich ruhiger ist, als ein Platz am Gang. Nicht dass ich mich beschweren möchte. Jetzt könnte ich zumindest die verschiedenen Tasche anhand des Aufpralles meiner linken Schulter erkennen. Und das Gewicht noch auf ein zehntel Kilo bestimmen. Das wäre doch was für “Wetten Dass…”.

Nunja, Bitterfeld. Ein Ort, wo man nicht lange versuchen muss, warum er diesen Namen bekam. Ich wunderte mich natürlich nicht, dass Leute mir flehendem Blick (“Ich bin kein Star, ich will hier raus”) einstiegen, aber keiner ausstieg. Leute, die mal in Bitterfeld waren werden mir beipflichten.

Kurz nach Bitterfeld wurde ich endlich wach. Nicht weil die Sonne am Horizont aufging, sondern weil der  Rausschmeisser Schaffner Kontrolleur Reisezugbegleiter, des Mannes nebst mir, Ticket entstempelte. Und solch ein Entstempeln passiert nicht irgendwie, sondern er hatte ein tolles Online Ticket. Dies bedeutete, dass der DB-Mitarbeiter, der offensichtlich nichts vom Streik-Resultat abbekommen hatte, ziemlich motiviert mit dem grünen Strahl des Kontrollgeräts, in meine Augen strahlte. Danke noch einmal Herr XY.

Geblitz-Dingst ging es also weiter und ich hasste die Bahn schon jetzt für Ihre freundliche Bedienung.

“Dier Pässenschor, se neggst Stäischn is Börlin Südkreuz…”

Äh, ja… hier muss ich raus! OK, Berlin Hbf. wäre auch ok, aber dann hätte wäre ich ja der mir ungeliebten Stadt noch näher. Hey, ich bin Sachse. Ich mag Preussen von geburt an nicht. Das machen die Gene.

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