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Tankboykott vs. Selbstmitleid
Von Matti | 22.Februar 2012
Die Sprittpreise sind auf einem Rekodhoch und wie in jedem Jahr wird wieder zum Tankbokott aufgerufen. In den ersten Tagen gab es offensichtlich mehrere Aufrufe mit unterschiedlichen Boykottdaten. Doch die Autofahrer halten bekanntlich zusammen und haben sich nun anscheinend auf den 1. März geeinig. An diesem Tag soll kein Autofahrer eine Tankstelle anfahren um dort Spritt zu kaufen. Auf diesem Weg möchten die Autofahrer ein Zeichen setzen.
Die Idee eines Tankboykotts ist nicht neu. Fast jedes Jahr wird dazu aufgerufen. Bevor es die sozialen Medien wie Facebook oder die VZ-Netzwerke gab, wurden diese per Mail versendet. Und obwohl immer alle beteuerten dass Sie mitmachen würden, passierte bei den Tankpreisen nichts.
Und auch dieses Mal, wird wieder nicht passieren, denn man kann sich sicher sein, dass die Tankboykotteure entweder am 29. Februar tanken oder am 2. März. Somit haben die Ölkonzerne trotzdem Ihren Umsatz, wenn auch nur einen Tag eher oder später. Man kann sogar vermuten, dass den Ölkonzernen ein Boykott gut tuen kann, denn auch wenn am Boykottag keiner tanken kommt, irgendwann kommen sie wieder. Vielleicht auch alle auf einmal, so dass sich vor den Tankstellen in den Tagen davor oder danach Warteschlangen bilden können. Und die meißten sind zu träge den Motor auszustellen, was zu einem größeren Verbrauch führt.
Wenn man schon ein Zeichen setzen will, dann sollte man diesen einen Tag nutzen um Alternativen zu finden. Brauche ich das Auto wirklich? Oder gibt es eine andere Möglichkeit zur Arbeit oder sonstwo hinzukommen. Ich wette, das viele nicht einmal die Abfahrtszeiten der nächstgelegenen Bushaltestelle kennen. Oder man nutzt einmal das Fahrrad um sein Ziel zu erreichen. Selbst das bilden von Fahrgemeinschaften kann sinnvoll sein um gemeinsam weniger Spritt zu verbrauchen.
Schlägt man dieses aber in einem Forum vor, dann kann man daraf wetten, das die Aussage kommt: “Ich bin auf mein Auto angewiesen, aus dem und dem Grund”. – Man kann vielen Autofahrern also zu Recht vorwerfen, nicht nach Alternativen zu suchen. Dieser Aufruf und der Umgang mit kritischen Kommentaren, wirkt fast so hilflos, wie ein Alkoholiker, der zum Beweiß das er nicht abhängig ist, einen Tag auf den Stoff verzichtet und dann darauf wartet das dieser Tag vorbei ist um sich wieder vollaufen zu lassen.
Autofahren zu können ist ein Luxus. Und wenn der Luxus zu teuer wird, dann muss man aufstehen und auf die Strasse gehen. Keiner schenkt Euch was und solange ihr die Sprittpreise an den Tankstellen zahlt, wird die Industrie einen Teufel tun um die Preise zu senken. Benzin, Super und Diesel sind kein Lebensmittel, wenn man wirklich will, kann man auch ohne überleben. Aber solange Ihr nicht bereit seit für eine Zeit auf diesen Luxus zu verzichten, wird man Euch melken. Und mit was? Mit Recht!
Topics: Deutschland, Internet | 2 Kommentare »




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