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    Der Pädobär oder Wir müßen jetzt was Gutes tun.

    Von Matti | 10.Januar 2012

    Der Pädobär ist ein Problembär. Und manche wünschten sich, dass er genau so erschossen wird, wir damals sein bayrischer Problembär. Doch leider ist es nicht so leicht, denn den einen Pädobären gibt es nicht.

    Um das ganze zu verstehen sollte man erstmal einen Blick darauf werfen, was der Pädobär eigentlich ist. Hierzu hilft ein Blick in den entsprechenden Wikipedia-Artikel:

    Kumā (jap. クマー) ist eine aus dem Forum 2channel hervorgegangene fiktive Figur in Form eines Bären. Entstanden ist sie aus einer ASCII-Art-Zeichnung, genauer einem Monā (モナー, auch Shift_JIS-Art genannt), das am 28. Juli 2003 gepostet wurde. Charakteristisch für diesen Bären ist sein Ausruf „Kumā!!“ (クマーー!!) von dem sich auch der Name ableitete. Außerhalb Japans wurde die ursprünglich harmlose Figur innerhalb von 4chanpervertiert und als Pedobear (englisches Kofferwort aus Pedophilia und Bear) bekannt. Unter diesem Namen übernahm die Figur die Rolle eines Pädophilen, was sich zu einem eigenständigen Internet-Phänomen entwickelte.

    Der Pädobär ist also ein Stück Netzkultur. Ob man darüber lachen kann oder nicht bleibt jedem Betrachter selbst überlassen. Unsere Recherchen haben jedoch keinen Fall ermittelt, bei denen Kinder wirklich sexuell belässtigt oder missbraucht wurden.  Es ist also eine humoristische Darstellung die das Stilmittel des Sarkasmus nutzt.

    Für manche Betrachter ist die Tatsache erschreckend, das ein Pidophiler in Form eines Teddybären dargestellt wird, da Teddybären im Allgemeinen als das Gute emfunden werden und sie hier eher das Gegenteil darstellen. Da die meißten Fälle von sexuellem Missbrauch in der Familie stattfinden, in denen der “liebe Onkel” als Täter fungiert, ist die Darstellung des “lieben” Täterbären ein weiteres Stilmittel.

    Obwohl dieser Bär eine schlimme Tat verharmlost gibt es viele Fans dieser Figur. So auch bei Facebook. Dort werden auch viele Bilder von “erschreckten” Kindern gezeigt, in denen dieser Bär eingefügt würde, so dass man den “Bärentäter” bei der Tat erwischt.

    Manche Menschen findes es komisch, andere sehen es neutral und für andere scheint diese Darstellung einer Straftat gleichzukommen. Zumindest kann man das glauben, wenn man die Einträge unter diese Post einmal liest. Dort wird den Seitenerstellern mit Mord gedroht oder mit Gewalttaten.

    Die Darstellung von “schlechten” Witzen ist bei uns nicht strafbar. Vielleicht kann man den Erstellern solcher Bilder eine Verharmlosung von Straftaten unterstellen. Und Opfern von Missbrauch wird beim Betrachten dieser Bilder sicher auch nicht wohl sein, aber das rechtfertigt  nicht zu einem Mord aufzurufen (oder zumindest zu Körperverletzung).

    Heute wurde in mehreren Gruppen der Pädobär thematisiert. Und es wurde aufgerufen diese Seiten an Facebook zu melden, damit diese gelöscht werden können. Auf die kritische Nachfrage, was die Betreiber dieser Sachen verbrochen haben, dass Ihnen mit Mord gedroht wird, wurde ignoriert. Im Gegenteil, die kritischen Stimmen wurden bei dieser Hexenjagd in die gleiche Ecke wie die Pädophilen gestellt. Man tut hier schliesslich etwas gegen Kindesmissbrauch. Und viele weitere Schutzbehauptungen wurden aufgestellt. Als den Menschen die Argumente ausgingen, wurden die kritischen Kommentare einfach gelöscht und den Usern das Schreibrecht entzogen.

    Kritische Stimmen werden zum Schweigen gebracht und man brüstet sich mit vermeidlichen Erfolgen:

    Wir haben heute 3 große Seiten wovon eine knapp 8000 Fans hatte zum Abschalten gezwungen!!!!
    ALLE Seiten sind nicht mehr online.
    Großes RESPEKT!!!!

    Leider wird bei diesem Erfolg übersehen, dass man es geschafft hat, 3 Seiten offline zu kriegen, die versuchen mit diesem Thema humoristisch umzugehen. Es sollen sogar Anzeigen bei der Polizei erwirkt worden sein und die armen Polizisten müssen dem nun nachgehen, von Amts wegen. Das die Ordnungshüter, also Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte eh schon überlastet sind, ist bekannt. Mit diesen Anzeigen gegen solche Seiten nimmt man den Organisationen jedoch Resourcen die zum finden von wahren Tätern benötigt werden. Wenn man die gleiche Energie dazu aufbringen würde die echten Kinderpornoseiten zu finden, dann würde es vielleicht gelingen zukünftige Opfer zu schützen oder Täter Ihrer Strage zuzuführen. So wird aber mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

    Das kritische Stimmen zum schweigen gebracht werden, ist ein fader Beigeschmack an dieser Gesichte. Und von den 8000 Fans welche die drei “Offline-” Seiten hatten, waren mit Sicherheit nicht alle Pädophile, sondern halt nur viele, die einen streitbare Definition von Humor haben. Und es darf bezweifelt werden, dass auch nur ein Kind deswegen mehr geschüzt ist.

    Fazit: Das Kinderschänder ermittelt werden müssen und auch bestraft werden müssen, darüber sollten sich alle einig sein. Nur man sollte das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Manche Menschen verarbeiten schlimme Dinge mit Humor. Andere finden dieses unmöglich. Aber mit einer Hexenjagd auf Menschen mit einem “streitbarem” Humor hilft sicher nicht den Opfern, aber es erschwert den  Behörden die Suche nach den wahren Tätern.

     

    Topics: Internet | 4 Kommentare »