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Winter in Leipzig – Klappe die Zweite
Von Stefan | 12.Februar 2010
Nachdem ich den Winterdienst das letzte Mal direkt angeschrieben habe, möchte ich es diesmal anders handhaben, denn nach den neuerlichen Schneefällen habe ich gemerkt, dass es in Leipzig eh den letzten A**** interessiert, was der Pöbel denkt.
Die Leipziger Volkszeitung hat in einem heute online gestellten Artikel festgestellt, dass Leipzig schon über dem Etat liegt, welches der Winterdienst bekommt. Nun gut, das der Winter einiges vom Menschen abfordert, kann ich mir noch vorstellen. Also schauen wir mal, was der liebe Winterdienst so unmenschliches leistet.
„Wir sind seit knapp 45 Tagen fast pausenlos im Einsatz.“ Diese Worte der Erschöpfung kommen von Frank Richter, Leiter der Stadtreinigung. “Dennoch wird sichergestellt, dass trotz des knappen Budgets alle Arbeiten durchgeführt werden könnten, die die Leipziger Winterdienst-Satzung vorschreibt.” Ach guck… na dann schauen wir doch mal ein wenig in diese Satzung:§1 Absatz 1
Die öffentlichen Straßen der Stadt Leipzig (nachfolgend Stadt genannt) sind nach Maßgabe dieser Satzung von Schnee zu beräumen und bei Schnee- oder Eisglätte zu streuen.
Nun, man sollte annehmen, dass dererste Artikel einer der wichtigsten ist. Beim Grundgesetz ist es zumindest so. Nun, beim Leipziger Winterdienst scheint es hierzu eine Anlage zu geben, denn es sind bei weitem nicht alle Straßen in Leipzig geräumt. Im Gegenteil, der Ring (welcher Leipzigs Zentrum umschliesst) ist bei jedem Winter seit der “Wende” allenfalls durch den Verkehr geräumt anstatt von unseren tapferen 10 Stunden Schichtlern.
Da sind wir schon beim nächsten Punkt. Unglaublich, dass die Räumfahrzeuge unmenschliche 10 Stunden in Betrieb sind. Angenommen sie fahren 6:00 Uhr los, dann kommen sie tatsächlich erst 16:00 Uhr wieder ins Depot. Unfassbar. (Zum Vergleich: Dresden räumt von 02:00 Uhr bis 21:00 Uhr)
Wer nun meint, ich könne nicht richtig rechnen, wenn er den Artikel liest, der irrt. Die LVZ hatte den Bericht doch tatsächlich nocheinmal geändert. Jetzt steht nämlich da, dass sie in 10 stündigen Tages und Nachtschichten arbeiten. Nein nein… sie arbeiten 10h.
Aber gut, die Stadt Leipzig hatte eine geniale Idee und schickt seit dem ersten Wintereinbruch Langzeitarbeitslose auf die Straße , damit sie die Gehwege etc. räumen. Ansich eine gute Idee. Jedoch werden die Herren irgendwo mit Schiebern abgeladen und Fertig. Alles andere müssen sie allein schaffen. Also was machen sie? Nichts. Da stehen – zur Tanke gehen – Rauchen – Da stehen – Und Leid klagen.
Liebe Arbeitslosen, ich selber war 2 Jahre lang ohne Job und möchte jetzt nicht pauschalisieren. Das war lediglich die Beobachtung in Kleinzschocher von dem Grüppchen, welches keinen Bock hatte zu arbeiten. Und in meiner Arbeit bekomme ich da auch so ein paar Kameraden mit, die wirklich keinen Bock haben zu Arbeiten.
Fazit davon:
Gute Idee, mangelhafte Umsetzung. Aber das sind wir in Leipzig so langsam gewohnt: U-Bahn, Zentralstadion, Sportstätten und Winterdienst!
Ich liebe diese Stadt. Jedoch weiss ich so langsam nicht mehr warum. Wegen der Führung jedenfalls nicht!
Und lieber Herr Rosenthal, sollten sie auch das lesen (Da sie sich scheinbar gern hier her verirren), werden sie sehen, dass ich ihnen auch hier misstraue. Wieso Ihnen? Sie sind nicht nur im Sportbereich untätig, sondern sind ja auch unser nomineller Ordnungsbürgermeister. Wieso wundere ich mich dann eigentlich über diese Missstände? Es lebe das Ende Ihrer Legislatur als (Medien-)Bürgermeister.
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