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Ostalgie am Krankenbett
Von Stefan | 1.Oktober 2009
Ja, mich hats erwischt.
Ich bin krank. Und was macht man, wenn man krank im Bett liegt? Genau, man grübelt nach. So überlegte ich, wie viele Besucher wohl Kiel seit Montag Morgen hat. Nun, da ich mir nach kurzer Zeit klar wurde, dass ich es nie heraus finden würde, griff ich nach meinem Laptop und schaute nach, welche Musik ich mir nun antun könnte. Kennt ihr das, wenn man nicht mehr weiss, was man für Musik hat und dann Lieder findet, die man ewig nicht mehr gehört hat?
Achso, ist ja kein Chat hier…!
Also mir ging es jedenfalls mit der Rubrik: “DDR Musik” so.
Nicht, dass ihr denkt, es gäbe nur eine Sparte bei der Ost-Musik. Da gibt es die Parteilieder, die Schlager und der Ostrock. Letzterer hat es mir gerade richtig angetan. Viele kennen leider nur die Puhdys. Leider nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil es viele gute Kapellen in der ehemaligen DDR gab.
Neben den Puhdys, Silly oder Karat gab es da noch folgende Kult-Bands:
City (Am Fenster)
Karussell (Als ich fortging)
Pankow (Rock´n´Roll im Stadtpark)
Perl (Zeit die nie vergeht)
Klaus Renft Combo (Apfeltraum)
Dass die inoffizielle Hymne der DDR von City stammt dürfte jedem bekannt sein, der schoneinmal auf einer Sportler-Party im “Osten” war. Mit “Am Fenster” berühren sie noch heute jeden damals 16 Jährigen Ossi.
Wer glaubt schon, dass dieses FKK-Völkchen sogar Lieder über die Apokalypse geschrieben und gesungen haben. “Das Buch” ist ein solches Lied. In jenem wird beschrieben, was viele zu Zeiten des kalten Krieges im Kopf rum schwirrte. Berluc hat sogar mit “No Bomb” den US-Präsidenten angesprochen, den Planeten nicht zwingend zu zerstören.
No Bomb, no radioactivity!
Never Euroshima!
No Bomb, but Peace
Wer solch Art von Chanson nicht mag, der sollte sich evtl. einmal in den letzten Kunden reinhören. Hier geht es um denjenigen, der als aller letzter Besteller, in einer Bar hockt. Oder auch Nina Hagen mit ihrem Farbfilm war ein Hit des Ostens.
Aber auch die Parteilieder haben für mich, als Kind des Ostens einen besonderen Charme. Ob der Oktoberklub-Klassiker “Sag mir wo Du stehst“, das Pionierlied: “Ich trage eine Fahne” oder gar die Nationalhymne. Um eine kleine Bildungsreise zu machen, erklär ich auch gern warum diese nicht mehr mitgesungen wurde. Der Text enthielt folgende Aussage: “Deutschland einig Vaterland”. Da dies aber um 1970 nicht mehr so populär im Politbüro war, verschwand der Text aus der Hymne.
Hammer wieder was gelernt
Nungut, nachdem ich nun wahrscheinlich als Erz-Kommunist verschrien bin, beende ich diesen Eintrag solangsam.
Aber nicht ohne eines der schönsten Ost-Lieder mit einzubinden.
Für Frieden und Sozialismus, seid bereit.
Topics: (N)Ostalgie, Musik | Kein Kommentar »




