Gruschel Deinen Kanzler

Donnerstag 10. September 2009 von N0stradamus

Unglaubliches geschieht derzeit bei StudiVZ.

Als ich die ersten Propaganda-Zeilen dort las, war noch nicht daran zu denken, was es für Ausmaße nehmen wird.

Alles fing damit an, dass die Betreiber vom VZ dort anprangerten zur Wahl zu gehen etc. Diverse Aktionen fanden statt – Gruppen wurden gegründet – Edelprofile wurden erstellt – “Meine Stimme zählt”-Button wurde eingestellt – Nutzer können Parteien (und anderes) “gut finden”.

So weit, so polarisierend. Desweiteren fiel mir aber gerade auf, dass ich schauen kann, wer in meinem Wahlkreis kandidiert. Bei der SPD wurde mir oben Wolfgang Tiefensee angezeigt. Die geneigten Politik-Interessierten kennen seine Verbindung zu Leipzig. Nun, sei es drum. Das schlimme für mich ist nicht, dass er hier im Wahlkreis “Leipzig II” zu wählen ist, sondern mehr, dass er im Studi verzeichnet ist. Natürlich ist es nicht allein der Bundesverkehrsminister der sich hier präsentiert. Auch viele unbekannte Politiker versuchen sich die Wahl zu er-gruscheln. So bekam ich von der Linken (bei mir unter “Finde ich gut”) diverse Freundschafts-Anfragen, wurde von einer Dame gegruschelt und andauernd schauen Kandidaten von den Piraten auf meine Seite. Was verdammt soll das? Gewinnt man nun wählerstimmen, indem man sich durchs Volk gruschelt, oder den potentiellen Wählern ein ASCII auf die Pinnwand postet?

Aber wo Wahlkampf ist, ist Guido, Frank-Walter und Angie nicht weit. Nur die armen Wähler sind ganz verwirrt. So schrieb Daniel Lücking auf Frau Dr. Merkels Pinnwand:

1. Habe Sie ihren “Plauderkasten” auch mal an?
2. Nutzen Sie Studi-VZ künftig auch außerhalb der Wahlkampf-Phase?

Aber solch naivität entsteht nunmal wenn das gemeine Volk solche Video Botschaften vorgesetzt bekommt. Und extra für Matti binde ich auch das jenige welche ein, was ich meine:

Ich werde niemals wieder in Ruhe gruscheln können, ohne an diese wackelnde Stirn denken zu müssen, die Guido lasziv nach hinten wirft, wenn er das Wort heraus posaunt.

Nun, mich regt es auf, dass Studi User nun auch dort den scheinheiligen Krieg der Parteien mitbekommen werden.

Noch ein Wort zur Wahl:

“Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie verboten.” Aber um mich selbst zu entrkäften:

Wer nicht wählt, wählt NPD.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 10. September 2009 um 20:06 und abgelegt unter Deutschland. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Gruschel Deinen Kanzler”

  1. Daniel Lücking schrieb:

    Der doch recht seichte Wahlkampf kam auch im Studi-VZ nicht wirklich in Fahrt.
    Immerhin kannte man seine “Spam-Attacker” ja aus den TV-Nachrichten und hatte offiziell auch zugestimmt, Nachrichten über das VZ von Ihnen zu erhalten.

    Herr Steinmeier wurde am Wahltag aber dann doch recht pentran und schickte eine Menge Post – wie auch die anderen Kandidaten.

    Dem entziehe ich mich jedoch systematisch, indem ich meine Stimme schon Wochen vor dem Wahltermin per Briefwahl abgebe. Schließlich hatten die Parteien ja bereits 3 Jahre und 11 Monate Zeit, sich zu präsentieren.

    Freue mich trotzdem, dass der “naive” Kommentar auf der Seite auch andere zum Nachdenken anregt. Wirklich ausgenutzt haben – meiner Meinung nach – die Parteien das Web aber nicht.

    Unsere Volksvertreter sollten demonstrativ selbst am Rechner sitzen, chatten und twittern – mit einem Wahlkampfteam hinter den Profilen, wirkt das ganze nicht authentisch.

Kommentar schreiben