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Lauschow ein Dorf in Aufregung.
Von Matti | 24.Januar 2009
Regen fällt auf die Straßen. Der Wind fegt über die Bäume und Dächer der kleinen Stadt. Der Wind wäre stark genug um auch Papiere durch die Strassen zu pusten. Aber hier liegt kein Papier auf den Straßen rum. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Die meisten Gebäude stehen leer. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert. Arbeitsplätze gibt es kaum in Lauschow.
Früher war diese Stadt ein ansehbares Mittelzentrum. Die Arbeitslosenquote dieser Stadt ging gen null. Das Werk, wie es von den Bewohnern liebevoll genannt wurde sorgte für Arbeit und auch einen angenehmen Lebensstil. Das Lauschowkombinat stellte Abhörwanzen her. Der Hauptabnehmer saß in der Nomannenstr. in Berlin. Aber auch die Devisenbeschaffung lief gut, denn auch die westdeutschen Großindustriellen wie Siemens oder auch die damals noch Staatliche Deutsche Bahn oder auch die (West-) Deutsche Bundespost gingen hier ein und aus um hier Material einzukaufen, das nicht in den Bilanzen erschienen durfte. So wurde bei einem Einkauf auch gerne bar gezahlt mit den damals so begehrten West-Devisen.
Doch 20 Jahre nach der Wende hat sich das Bild der Stadt gewandelt. Es gibt kaum noch Jugendliche in der Stadt. Die sind alle dorthin gewogen wo es Arbeitsplätze oder zumindest eine Disco gibt. Geblieben sind nur die Älteren. Fremden gegenüber sind die Einwohner verschlossen. Zu Groß ist die Angst, das Ihre Stadt in ein schlechtes Licht gestellt wird. Nur weil hier bis vor 20 Jahre Wanzen hergestellt worden sind, die man heute vom Russen bezieht. Man möchte keine schlechte Publicity.
Früher gab es nur gute Berichte über die kleine Stadt. So bricht ein Einwohner das Schweigen, der uns zu trauen scheint. Früher wurden alle 4 Monate in der aktuellen Kamera berichtet, wenn das Werk sein Plansoll erfüllt hat. Und sogar zum 40ten Geburtstag der DDR war der Fremdenverkehrsverein Lauschow mit einem eigenen Stand in Ost-Berlin vertreten. Man war stolz auf das was man geleistet hat.
Die Einwohner des aussterbenden Ortes haben sich mit ihrer Situation abgefunden. Der Bürgerverein hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Ort nur ein einziges Mal in die Medien bringen. Und das eben nicht in Zusammenhang mit dem Werk. Viele Bürger wünschen sich noch einmal eine ortsfremde Zeitung in den Händen zu halten, in der der Name Lauschow positiv erwähnt wird.
Heute sizt der Vorsitzender des Bürgervereines an seinem Computer und formuliert in der Stammkneipe des Vereines eine Protestnote. Viele sind sauer, sauer auf die Schwesterstadt Zerbst, denn diese hat den Traum erfüllt einmal in Medien erwähnt zu werden. Aber in Zerbst freut man sich nicht darüber. Denjenigen die für den kurzen Ruhm verantwortlich sind, wird sogar das Haus beschädigt.
Die Männer und Frauen von Lauschow können dieses nicht verstehen. Warum müßen die Freunde aus Zerbst so eskalieren, reicht es ihnen denn nicht, dass RTL2 sogar mit einem Kamerateam im Ort war? Was soll diese Agression? Viele Menschen in Lauschow schämen sich dafür. Für ein kurzes Bad im Sonnenlicht der Medien würden die Lauschower sogar Ihre Seele verkaufen.
Aber was genau ist in Zerbst passiert, dass die Einwohner dort so reagieren? Nun das kann man hier am Besten nachlesen.
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