Eine Stadt schweigt
Mittwoch 24. Dezember 2008 von Matti
Zum ersten Mal seit Wochen kann ich die Pflasterung der Fussgängerzone erkennen. Es sind keine Menschen mehr auf der Strasse. Keine Mütter die Kinderwagen schieben und auch keine Hunde, die an der kurzen Leine gehalten werden sind zu sehen. Nichts. Zum erstenmal fällt mir die Schönheit der Pflasterung auf. Da hat sich das Bauamt der Stadt wirklich mal Mühe gegeben. Ein herrlicher Anblick.
Ich öffne das Fenster das zur Straße rausgeht. Und lausche. Stille. Kein Stimmengewirr, keine Schritte. Nachdem die Menschen die letzten Stadttauben vertrieben haben sind nichtmal die Ratten der Lüfte zu sehen. Ich vermute, das diese Ihre Glühweinvergiftung auskurieren.
Es erstaunt mich wie schnell man sich an den Trubel da draussen gewöhnt hat. Wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsn ist und dann Mitten in die Stadt zieht, dann stört einen der Lärm. Doch wenn dieser nach Wochen zum ersten Mal komplett verstumt, dann bekommt man eine Gänsehaut. Diese Stille. Keine Menschen. Nichts, absolut nichts.
Also entweder ist in der Nähe eine Atombome explodiert oder es ist doch nur heilige Abend und mein Mitzivilisationsteilnehmer sitzen bei Ihren Verwandten und fressen entweder noch den Kuchen oder schon den Kartoffelsalat.
Und ich sitze hier und genieße die Stille. Keiner der mir ein frohes Fest wünscht und niemand der ein Geschenk von mir erwartet. So kann es die nächsten 2 Tage weiter gehen. Und vielleicht habe ich ja Glück und es war doch ein nuklear Angriff, wenn dem so ist, dann ist es wirklich ein “Frohes Fest”
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 24. Dezember 2008 um 16:58 und abgelegt unter privat. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.


