Weihnachten und der Geschenkezwang

Montag 20. Oktober 2008 von Matti

Jetzt stehen sie wieder in den Regalen, die Lebkuchen, Spekulatius und die Schokoweihnachtsmänner. Und jeder, der mal eben schnell zu Aldi geht, weiß das es an der Zeit ist, sich Gedanken über das Schenken zu machen.

Man soll ja demjenigen was schenken, den man gerne hat. -Schön wäre es-. Die Realität ist eine andere. Es wird von einem erwartet, das fast jeder etwas geschenkt bekommt. “Wenn Du der lieben Tante Martha etwas schenkst, dann musst Du für den doofen Onkel Georg aber auch was kaufen, sonst sieht das bei der familiären Kaffeetafel doch doof aus.” Tja und so kommt es jedes Jahr zu der Situation, das man nicht nur Geschenke für die Lieben besorgen muss, sondern man überlegt auch, welche Gemeinheiten man an die nicht so nette Verwandschaft verschenken kann.

Bei Diabetikern ist die Sache ja noch einfach. Man schenkt irgendeine Süßigkeit die den Zuckerspiegel auch bei Gesunden Menschen zur Explosion bringt. Bei Männern kann man sich mit dem SOS-Paket retten und sich damit Feinde machen (SOS =Schlips, Oberhemd, Socken).

Doch nun gibt es endlich ein noch perfideres, grausameres Geschenk, das es so in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Es gibt sie, die grausamste CD der Welt. Ich höre mir fast alles an. Selbst bei einer CD-Version von Meyers großer Enzeklopedie würde ich mir die Zeit nehmen, alles von A – Z durchzuhören. Auch musikalisch wäre ich leidensfähig und würde mir glatt “Das Beste aus dem Musikantenstadl” anhören. Aber was ich gestern gehört habe übertrifft alles.

Die Vorgeschichte: Es gibt im Buchhandel Tausende von Witzbüchern, die meissten davon enthalten Witze die so antik sind, das selbst die Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen moderner sind. Ich denke mal jeder kennt diese Bücher. Damit diese Bücher sich etwas besser verkaufen, druckt man den Namen eines bekannten Humoristen mit auf den Titel. In diesem Fall geht es um Fips Asmussen. Ein Mann der meiner Meinung nach nur deswegen so erfolgreich ist, weil er die Witze so schnell am Stück erzählt, das unser Hirn nicht mehr in der Lage ist zu erkennen was witzig ist und was nicht.

Alleine so ein Buch zu verschenken, wäre schon eine Gemeinheit an sich. Aber der Beschenkte kann es ja im Bücherregal verstecken. So das er belesen wirkt und sich so einen Vorteil aus dem Geschenk erschleichen kann. Deswegen sollte man so ein Buch nicht verschenken.

Aber man kann ja ein Hörbuch verschenken das nur diese Witze enthält. Okay auch das ist keine neue Geschenkidee, denn Witzeplatten gibt es seit den Häschenwitzen. Und auch solche CDs oder LPs werten die Menge der anderen Tonträger auf, so das es doch ein Vorteil für den Beschenkten ist.

Also legt man noch einen drauf. Man nimmt einen Vorleser, der zwar bemüht ist, die Witze so gut wie möglich zu präsentieren. Der aber im Laufe der CD aufgrund der miesen Qualität der Witze so langsam dem Wahnsinn verfällt.  Zunächst versucht der Vorleser zwar durch Kommentare diese Lesung aufzulockern. Aber er verfällt dann in Verzweifelung.

Auch dem Hörer ergeht es ähnlich. Doch bevor ich die Wirkung dieser CD auf den Hörer beschreibe, hier noch ein kleiner Wanrhinweis:

Der nun folgende Text enthält Szenen von Gewalt. Kinder, Senioren und Menschen mit schwachen Nerven sollten diesen Text gar nicht oder nur in Begleitung einer starken Persönlichkeit lesen. Für Folgeschäden übernimmt der Betreiber dieser Webseite keine Haftung.

Am Anfang denkt man noch wie putzig. Da sitzt ein Mensch im Studio und versucht durch den Einsatz verschiedener Stimmlagen den schlechten Witzen wenigstens etwas Leben einzuhauchen. Man freut sich auf einen gemütlichen Abend, bei dem es sicher etwas zu schmunzeln geben wird.

Nach ein paar Minuten hält es der Vorleser nicht mehr aus und er kommentiert ab und zu einen dieser schlechten Witze. Aber als Hörer hat man noch die Hoffnung, das der Vorleser ausrastet und man einen Tobsuchtsanfall auf der CD zu hören bekommt.

Doch nichts dergleichen passiert. Irgendwann kommt der Moment an dem jeder Zuhörer einen Gehirninfarkt bekommt. Man sitzt wie paralysiert da und wartet auf den Moment wo etwas neues passiert. Aber nichts passiert. Der Vorleser zwingt sich weiterzulesen. Tote Witzhüllen fliegen einem ins Ohr. Aber lachen, oder zumindest mal schmunzeln tut man nicht. Irgendwann versagen alle inneren Organe. Der Körper will einfach nicht mehr. Selbst die friedlichsten Menschen haben gewaltverherlichende Phantasien. Man sehnt sich nur noch den Moment herbei das Oliver Kalkofe sich ins Bild schneidet und die Sache parodiert oder einfach mit der Axt Amok läuft, solange bis das ganze Bild blutüberströhmt ist. Aber genau das ist das Problem denn der Vorleser ist kein geringerer als der Medienterminator Oliver Kalkofe. Und da selbst der am Verzweifeln ist hat man keine Hoffnung mehr.

Also das perfekte Geschenk für die jenigen die man hasst ist:

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 20. Oktober 2008 um 23:33 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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