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Review: 12.04.2008, Oldenburg, Weser-Ems-Halle – Das braune Gold von Plattengülle
Von Matti | 14.April 2008
Matti geht ins Theater? Ja tut er. Ab und zu mal. Und wenn ich ehrlich bin, liegt es eigentlich nur daran, weil es ein Theaterstück aus dem Hause Frühstyxradio ist. Eine Comedytruppe versucht sich also im Theaterspielen. Und das mit Erfolg.
Schon vor der Veranstaltung war ich überrascht vom Alterschnitt der Besucher, es war wirklich alles vertreten zwischen 12 und 80 Jahren. Und ich meine, das wirklich jede Alterschicht auf Ihre Kosten gekommen ist.
Für die älteren Zuschauer wurde ein Theaterstück in bester Ohnsorg-Art geboten. Die jungeren haben den typischen Brachial-Humor des Frühstyxradios gesehen und selbst ich, der sich als Frühstyxradio-Hardcore-Fan bezeichnet bin auf meine Kosten gekommen, weil es viele Anspielung auf alte Sendungen und Beiträge dieser Comedytruppe gab.
Doch was genau wurde den Zuschauern geboten? Nun diese Frage kann man schwer beantworten. Dieses Tück war so umfangreich, das man kaum alles erwähnen kann ohne zukünftigen Zuschauern die Handlung zu verraten und trotzdem versuche ich es.
Anneliese hat das Gründstück von Frieda übernommen. Und gräbt die ganze Nacht auf dem Grundstück. Die Dorfgemeinschaft fragt sich warum. Angeblich soll ein Schatz vergraben sein, aber genaueres ist nicht bekannt. Es wird vermutet das es sich um altes Güllevorkommen handelt, das zu Zeiten von Biogasanlagen ja auch einen gewissen Wert hat. Es wird aber auch vermutet, das ein Nazischatz auf dem Grundstück liegt. Es dreht sich also alles um das “braune” Gold.
Fast 2 Stunden lang wird gerätselt und spekuliert und auch so manche Intriege gesponnen, denn alle wollen an diesen Schatz kommen.
Die Kenner des Frühstyxradios wissen, das es bei Produktionen aus diesem Haus auch immer versteckte und offene Kritik gibt. Und auch hier wird nicht gegeizt. Das Privatradio, die Ostdeutschen, die Schlesier, die Schwulen, der Umweltminister Siegmar Gabriel, die Telekom, die GEZ, die Franzosen, die 80´er und viele andere bekommen mehr oder weniger Ihr Fett weg.
Ich habe selten in 2 Stunden so viel gelacht wie an diesem Abend. Die Gagraketen zünden eine nach der anderen.
Als Frühstyxradiofan muss ich allerdings schreiben, das mir bei Günther als auch bei Willy Deutschmann etwas die bissigkeit vermisst habe, das man bei einem Theaterstück nicht auf “aktuelle” Themen eingehen kann ist mir natürlich auch bewusst.
Also mir hat es sehr gefallen, es war einfach typisch Norddeutsch und ich habe festgestellt, das mir der Norddeutsche Humor doch mehr liegt. Es war schön, das typische Norddeutsche Leben mal wieder live zu erleben. Es war also ein Highlight meines Heimaturlaubs.
Natürlich sollte man das Stück auch kritisch beobachten, wenn man eine Review schreibt, deswegen hier auch 2 negative Anmerlungen:
1. Der Ton war die ersten 5 Minuten schlecht. Man hat nicht alles verstanden, aber das wurde durch die Toncrew schnell behoben.
2. Es gibt auch Menschen denen das Stück wohl nicht so gefallen hat:
Dafür greifen die Darsteller tief in die Kiste mit den plumpen Witzen. Von der Erbsensuppe etwa gibt es „Brandlöcher im Schlüpfer“. Und es rieselt Klischeesprüche wie: „Mit Speck fängt man Mäuse, mit Wurst Schlesier“. Die GEZ wird gar zur „ARD-Gestapo“.
[Quelle: Westfählische Nachrichten]
Fazit:
Irgendeine Zeitung schrieb über das erste Stück “Frieda sei mit Euch”: Ohnsorg auf XTC. das trifft auch auf den zweiten Teil zu. Egal ob man das Frühstyxradio kennt und mag, man sollte sich dieses Theaterstück nicht entgehen lassen und sich eine eigene Meinung bilden.
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